Hält die Straße? K 95 im Kräftemessen mit den Naturgewalten

Die MIV GmbH hat auf einer Länge von 700 m die Straße als Maßnahme zum Überflutungsschutz bei Hochwasserereignissen erhöht und das Brückenbauwerk über die Goldenbek aus dem Jahr 1963 mit einem 1-Feld Bauwerk mit vergrößertem Abflussquerschnitt und unter Beachtung weiterer ökologischer Forderungen ersetzt. Die Optimierung der Radwegbrücke betraf vor allem die Vergrößerung der Stützweite (von 1,50 m auf 9,00 m), die Verbreiterung der Fahrbahn von 6,50 m auf 11,80 m), das Lichtraumprofil, die seitliche Muldenentwässerung vom Durchlass zur Goldenbek sowie die Anlage von Fischotterbermen. Mehr als 2,5 Mio. Euro wurden für die Sanierung dieses Straßenabschnittes ausgegeben.
Das sanierte Teilstück der Kreisstraße 95 wird nun auf einem Damm durch das moorige Gebiet geführt. Die Länge der Dammerhöhung war aus abflusstechnischen als auch fahrdynamischen Gründen zu ermitteln und hatte damit auch Auswirkungen auf die Straßengradiente, das Brückenbauwerk und die vorhandenen Ackerzufahrten sowie Einmündungen.

Auf diesem Teilstück – das Vorhaben grenzt direkt an das Vogelschutzgebiet „Wardersee“ und das LSG „Wardersee und Umgebung“ – wurden die aufwendigsten Erdbewegungen durchgeführt, denn trotz Probebohrungen konnten nicht alle Details erfasst werden. Der Boden war nicht tragfähig. Komplizierte Drainagen mussten gebaut und ein Teil der bis zu acht Meter tiefen Torflinsen weggebaggert werden. Dafür wurde ein Verfahren angewendet ähnlich dem für den Autobahnbau auf der A 20. Tonnenschwere Sandberge, sogenannte Auflasten, wurden über drei Meter auf die Trasse geschüttet, gewalzt und Monate liegen gelassen. Unter diesem Gewicht sollte das Wasser aus den Kapillarporen der tieferen Bodenschichten herausgedrängt werden. Anhand von eingebauten Setzungspegeln waren zum Schluss keine Setzungen mehr festzustellen. Die Oberkante des Straßendamms liegt nun höher als der bisherige Höchststand von ca. 40 cm bei bisherigen Überschwemmungen.
Hält die Straße? Der Baugrund ist stabil und dürfte auch nicht mehr überschwemmt werden. Aber auch im Kreis könne man nicht vorhersehen, wie sich durch den Klimawandel die Pegelstände bei Flutereignissen in den nächsten 10 bis 15 Jahren entwickeln werden.